Der Residenzialtourismus an der südlichen Costa Blanca befindet sich
erstmals seit Beginn der Krise wieder im Aufschwung. Wie die
Bauträgervereinigung Procosta beziffert, sei im ersten Halbjahr 2012 die
Zahl der Immobiliengeschäfte bei Neubauten und Gebrauchtwohnungen
signifikant gestiegen.
Procosta hat als Grundlage die Daten des spanischen Bauministeriums
analysiert. Demnach seien in den Gemeinden Torrevieja, Guardamar del
Segura, Los Montesinos, Orihuela, Pilar de la Horadada und San Miguel de
Salinas insgesamt 439 neu gebaute Immobilien gekauft worden. Um einiges
mehr hätten Secondhand-Immobilien ihre Käufer gefunden. Insgesamt 2.241
gebrauchte Immobilien wechselten zwischen Januar und September 2012
ihren Besitzer. Mit Abstand am meisten Käufer entschieden sich für die
Gemeinden Torrevieja (1.602 Immobilien, davon 98 Neubauten) sowie
Orihuela (1.310 Immobilien, davon 203 Neubauten).
Das Geschäft im Secondhand-Markt zeugt davon, dass angesichts um bis zu
40 Prozent angepasster Krisenpreise viele Nord- und Mitteleuropäer an
der spanischen Mittelmeerküste investieren. Der durchschnittliche
Quadratmeterpreis liegt bei 1.606 Euro und entspricht den Preisen von
2004.
In keiner anderen Provinz, mit Ausnahme großer Hauptstädte, seien so
viele Transaktionen im Immobilienbereich getätigt worden. Málaga mit der
Hälfte der verkauften Immobilien (1.127 Stück) liegt auf Platz zwei,
gefolgt von Barcelona (847) und Tenerifa (655 Immobilien).
Die Einwohnerstatistik von Torrevieja zeigt den Vormarsch der Russen in
der Region auf. Aktuellen Zahlen zufolge sind Russen mit 4.366
Einwohnern seit diesem Monat das zweitgrößte Kollektiv von Ausländern,
nach Briten (13.220 Personen) und vor Deutschen (4.063). Erstmals zählt
Torrevieja 106.000 offiziell gemeldete Einwohner. Neben Russen wanderten
auch viele Menschen aus dem ehemaligen Ostblock zu. Aus der Ukraine
stammen 2.138 Einwohner, aus Bulgarien 2.682 Personen und aus Rumänien
2.575 Zuzügler. Die Skandinavier stellen mit Schweden, Norwegern, Dänen
und Finnen rund 7.000 Einwohner. Nur noch 46 Prozent der Einwohner in
Torrevieja sind Spanier.
„An der südlichen Costa Blanca werden die meisten Ferienhäuser
verkauft“, sagte Antonio Navarro, Vorsitzender von Procosta. Für ihn sei
somit der Beweis erbracht, dass der Residenzialtourismus „Schritt für
Schritt“ aus der Krise komme.
(c) costanachrichten.com
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